Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag am 20. September

Seit mehr als 180 Jahren wird in der Eidgenossenschaft der Dank-, Buss- und Bettag gesamtschweizerisch jeweils am 3. Sonntag im September begangen. Ich finde das sehr eindrücklich und es ist wie so manches eine Eigenheit der Schweiz. Bei diesem Festtag handelt es sich bis heute nicht um einen kirchlichen, sondern um einen religiös-politischen Feiertag. Im Fokus stehen, wie es der Name schon sagt, das Danken, das Bussetun und das Beten für die Schweiz und ihre Bevölkerung. Diese drei Handlungen sind nicht nur für die staatliche Gemeinschaft, sondern auch für das persönliche Leben zentral. Daher ist es sicher fruchtbringend, sich von diesem Feiertag inspirieren zu lassen und den eigenen Beitrag zu leisten. Gott und den Mitmenschen gegenüber dankbar zu sein, ist das Fundament für eine vertrauensvolle Beziehung und macht erst möglich, dass ein Herz wahre Freude verspüren kann. Busse tun, setzt voraus, dass man sich der eigenen Fehlbarkeit zuerst bewusst wird, fähig ist, Reue zu empfinden, um Vergebung zu bitten und sich dann dafür einsetzt, dass der angerichtete Schaden möglichst wiedergutgemacht wird. Bestenfalls beginnt ein Weg der Versöhnung mit sich selbst, mit Gott und den Mitmenschen, der Arbeit an der eigenen Reife und dem Willen, sich zu verbessern (mit Gottes Hilfe). Beten heisst, den Himmel zu Gott zu öffnen und ihm zu ermöglichen, dass er in dieser Welt wirken kann, durch uns, durch andere und auf die vielen wunderbaren und kreativen Arten und Weisen, wie Gott unter uns lebt und herrscht. So schliesse ich mich dem Aufruf in unserer Landeshymna an: «Betet, freie SchweizerInnen und BewohnerInnen dieses Landes, betet!»

So wünsche ich allen einen gesegneten und tiefgreifenden Dank-, Buss- und Bettag!

Daria Serra