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Wie heisst unsere Pfarrkirche in Thayngen eigentlich richtig?

Liebe Pfarreiangehörige, an der letzten Kirchgemeindeversammlung herrschte Uneinigkeit über den Namen unserer Pfarrei, und man konnte ganz unterschiedliche Meinungen hören, wer Patron der Kirche sei. Ich habe vor ein paar Wochen ein Dokument aus dem Jahr 1951 bekommen, in dem klar festgehalten ist, wie unsere Pfarrei heisst. Das Dokument zur Grundsteinlegung vom 10. März 1951 stammt aus dem Buch 1000 Jahre Thayngen von Andreas Schiendorfer. Zudem sind in den Glocken in lateinischer Schrift die Kirchenpatrone eingraviert. Mehr Info dazu gibt es im Buch «Von der Duldung zur Anerkennung: die katholische Kirche im Kanton Schaffhausen im 19. und 20. Jahrhundert».

Zur Information aller: Unsere katholische Pfarrei in Thayngen ist der Heiligen Jungfrau Maria und dem heiligen Antonius von Padua geweiht. Und unsere Pfarrei heisst «St. Maria und Antonius». Überzeugen Sie sich selbst ;-)

Vikar Julius Desouza

 

Urkunde zur Grundsteinlegung der katholischen Pfarreikirche Thayngen aus dem Jahr 1915

«Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.»

Freudig legt die katholische Pfarrei Thayngen und Umgebung, die laut der letzten Volkszählung in Thayngen 470 und in den acht Aussengemeinden 127 Seelen zählt, heute den Grundstein ihrer neuen Kirche. Diese Kirche wird das bisherige aus einer ursprünglichen Scheune erstellte Notkirchlein beim sogenannten «Schlössli» ersetzen. Hier im «Märzenbrunnen», wird das neue Gotteshaus nach den Plänen und unter Leitung des Architekten Josef Schütz, Zürich, unter Mitarbeit des Bauingenieurs Traugott Schweri, Schaffhausen und des Bauführers Jean Singer, Zürich, im Kostenvoranschlag von rund 500'000 Franken, gleichzeitig mit anschliessendem Pfarrhaus, das noch einen Saalbau für 120 Personen umfasst, durch die Baufirmen Gebrüder Grimm, Schaffhausen und Emil Winzeler-Rühli, Thayngen, errichtet. Mit dem, auf Initiative des derzeitigen Generalvikars, Mgr. Dr. Gustav Lilibach, innert Monatsfrist geäuffneten Dekan-Weber-Fonds von über 30'000 Franken schuf die Pfarrei Schaffhausen den Grundstock zum Kirchenbau. Dazu gesellten sich die tatkräftige Hilfe von Seiten der inländischen Mission, des Kirchen-bauvereins grosse Opferfreudigkeit der Pfarreiangehörigen und vieler anderer Gönner, sowie der grossmehrheitliche Beschluss der Gemeinde Thayngen, an die Kosten einen Beitrag von 25 000 Franken zu leisten. So konnten wir, wenn nicht sorgenfrei, so doch vertrauensvoll, es wagen, am 7. Dezember des heiligen Jubeljahres 1950 die Grabarbeiten zu beginnen.

Die Grundsteinlegung nimmt der hochwürdige Bischof von Basel und Lugano, Dr. Franziskus von Streng vor, im 15. Jahre seine Episkopates, unter dem Pontifikat des zwölften Pius. Dem Dekanat Schaffhausen steht zurzeit vor: Mgre. Martin Haag, Stadtpfarrer in Schaffhausen. Als Bundespräsident waltet Eduard von Steiger, während Theo Wanner das Regierungspräsidium des Kantons und Jakob Schneider das Gemeindepräsidium innehaben. Festprediger ist der Direktor der inländischen Mission, Domherr Franz Xaver Schnyder, Bischöflicher Kommissar in Zug.

Möge der Herr, für den wir bauen und ohne den die Bauleute umsonst sich mühen, trotz unsicherer Weltlage das Begonnene zu einem glücklichen Ende führen! Seinem göttlichen Machtschutz sowie der Fürbitte unserer zukünftigen Kirchenpatrone der Allerseligsten Jungfrau Maria und dem Hl. Antonius von Padua, empfehlen wir dieses Werk, alle, die sei’s durch Arbeit, sei’s durch Gebet oder Wohltun, daran beteiligt sind, sowie alle künftigen Besucher dieses Gotteshauses!

Thayngen, den 10. März 1951

Unterschrieben vom damaligen Kirchenstand (Präsident, Kassier und Aktuar), der Baukommission (Präsident, Aktuar) und dem Pfarrer.

6. Januar 2015

Autor: Elena Azzati